Projekte
Lassen Sie sich inspirieren von einer Auswahl realisierter Projekte – vom eleganten Sideboard bis zum raumgreifenden Innenausbau. Jedes Projekt erzählt eine Geschichte von Material, Idee und handwerklicher Meisterschaft.






Meisterstück: Schreib‑ und Arbeitsplatz aus Corian und 3D‑Furnier
Dieses Meisterstück aus Mineralwerkstoff verbindet handwerkliche Präzision mit experimenteller Formgebung und konstruktiver Intelligenz. Das Möbel beschreibt ein konisch zulaufendes Volumen, dessen thermisch verformte Kegelstümpfe den Innenraum erweitern. Corian wurde dafür bei über 140 °C über speziell gefertigte Gesenke tiefgezogen – eine Technik, die dünnwandige, stabile Strukturen ermöglicht. Die Kegelstümpfe sind mit 3D‑Furnier aus zertifiziertem Palisander belegt, das trotz konischer Geometrie ein ruhiges, durchgehend horizontales Furnierbild ergibt.
Die Front bleibt reduziert und öffnet grifflos über Push‑to‑open. Im unteren Segment liegen LED‑Steuerung, Bluetooth‑Modul und ein eigens entwickelter Klappenbeschlag. Die Klappe folgt einer exakt berechneten Seilgeometrie zwischen Vier‑ und Dreiecksführung; eine miniaturisierte Keilrolle stabilisiert den Lauf. Umlaufend schwebt das Möbel zwei Zentimeter vor der Wand, akzentuiert von einer dimmbaren LED‑Umrandung.
Der obere Bereich bietet Ordner‑ und Materialtiefe, ergänzt durch entnehmbare Schubmodule. Diese laufen auf drei präzise gearbeiteten Kipp‑, Lauf‑ und Streichleisten, ausgeführt als klassische, vollständig hölzerne Führung – ebenfalls grifflos. Corian ermöglicht eine porenfreie, fugenlose Verarbeitung, ist hygienisch und reparabel; für enge Radien kam ein Material mit erhöhtem Acrylanteil zum Einsatz. Geringe Materialstärken, anspruchsvolle Beschlagstechnik und die nahtlose Verbindung aller Elemente prägen die konstruktive Qualität.
Der Schreib‑ und Arbeitsplatz von Paul Strobel, Radebeul, erhielt dafür den 1. Platz des Sächsischen Meisterpreises 2021.
Kreativarbeitsplatz – Ergänzung und präzise Bestandsanpassung
Für die Kundin entstand ein erweiterter Kreativarbeitsplatz, der sich präzise an das bestehende Möbel anschließt und dessen Linien, Höhen und Materialien fortführt. Links blieb die Bestandsplatte erhalten, rechts ergänzt eine neue, aufgedoppelte Dekorplatte in Eicheoptik den Arbeitsplatz. Grifflose, eingefräste Mulden aus Eiche greifen Farbton und Haptik des Bestands auf.
Entscheidend war das genaue Material‑Matching zwischen Vollholz und Dekoroberflächen. Innen bieten voll ausziehbare Schubkästen Raum für kreative Materialien. Der Freiraum unter der Platte ermöglicht barrierefreies Arbeiten im Rollstuhl. Ein ruhiges, funktionales Möbel, gefertigt in zwei bis drei Wochen.










Hochbett – schwebende Konstruktion in klassischer Holzverbindung
Dieses Hochbett wurde als frei schwebende Konstruktion im Raum entwickelt – getragen nicht von sichtbaren Beschlägen, sondern von handwerklichen Holzverbindungen. Die tragenden Elemente bestehen aus Konstruktionsvollholz (KVH) und werden über seitlich sichtbare Balkenschuhe in die Wand geführt.
Das Bett selbst hängt in einer groß ausgeführten Schwalbenschwanzverbindung, die optisch wie ein präziser Pfeil wirkt und statisch für Selbsthalt sorgt. Statt Schrauben oder Metallverbindern stand hier die konstruktive Holzverbindung im Mittelpunkt: formschlüssig, belastbar und ruhig im Ausdruck.
Insgesamt entstand in rund zwei Wochen ein Möbelstück, das traditionelle Zimmermannskunst mit einem klaren, modernen Erscheinungsbild verbindet – reduziert auf das Wesentliche und technisch präzise ausgeführt.
Eingepasstes Sideboard in Eiche – maßgefertigt
Ein ruhiges Sideboard, gefertigt aus sorgfältig ausgewähltem Eichefurnier im Dickschnitt. Die Griffmulden wurden präzise in die Trägerplatte eingelassen und anschließend überfurniert, sodass eine fließende Oberfläche entsteht. Die Fronten zeigen ein durchlaufendes Bild der Eiche. Gedämpft laufende Schiebetüren öffnen den Blick auf ein strukturiertes Innenleben mit Einlegeböden für Akten und Stauraum.
Die Konstruktion ist als Treppenpodest‑Möbel eingebunden und fügt sich maßgenau in den Raum. Das Stück zeigt eine ruhige Formklarheit und die präzise Handschrift einer Werkstatt, die traditionelle Furniertechnik mit hoher konstruktiver Genauigkeit verbindet.











Stauraumlösung unter der Treppe – konturgenau gefertigt
Dieses Treppenspeichermöbel verwandelt eine offene Treppe in eine klar strukturierte Stauraumlösung. Geschlossene Setzstufen und eine konturgenaue Verkleidung folgen exakt dem Verlauf der Konstruktion und verhindern Staubeinfall. Hinter der abgeschrägten Front entsteht großzügiger Raum, ergänzt durch einen Schrank in voller Tiefe. Graue Dekoroberflächen, Push‑to‑open und Schattenfugen prägen die ruhige Anmutung. Das Hauptaugenmerk lag auf Ordnung und einer schlichten Struktur, um den vorhandenen Raum optimal zu nutzen.
Kaffeebar – wandintegrierte Struktur mit schwebenden Böden
Für diese Kaffeebar entstand eine großflächige Wandverkleidung aus fein abgezogenem Eichefurnier, gefertigt als ruhiges, gleichmäßiges Bild ohne ausdrucksstarke Maserung – bewusst reduziert nach Kundenwunsch. Die Oberfläche wurde leicht gebürstet, gebeizt und mit einem hochwertigen Öl veredelt, das zugleich Schutz im Küchenbereich bietet.
Die freischwebenden Böden ruhen auf einer verdeckten Stahlkonstruktion und wirken durch ihre umlaufenden Anleimer und die präzisen Schattenfugen besonders leicht. Eine integrierte RGBW-Lichtleiste führt das Licht bis an die Kanten und setzt die Kaffeebar atmosphärisch in Szene.
Der obere Pflanzenboden ist zusätzlich abgehangen und schwebt einige Zentimeter vor der Wand, getragen von lackierten Vierkantrohren, die in der Konstruktion verschwinden. Die gesamte Installation besteht aus nur zwei großformatigen Wandplatten mit einer klaren Mittelfuge – technisch anspruchsvoll, minimal in der Wirkung und als Unikat gefertigt.














Waschtisch aus massiver Eiche, freischwebend montiert
Der Waschtisch entstand als individuelles Einzelstück aus lange abgelagerter, massiv verleimter Eiche. Die Platten folgen der ursprünglichen Stammform, verjüngen sich zur Wand und zeigen eine gebürstete, um 0,8 mm vertiefte Oberfläche. Getragen wird das rund 400 kg schwere Möbel von einer maßgefertigten Stahlkonstruktion, die es schwebend in der Nische hält.
Die Bretter wurden im Stammverlauf aufgeschnitten, wieder verleimt und mit Gradleisten stabilisiert; ein Speziallack schützt vor Feuchtigkeit. Links liegt eine grifflos ausgeführte Klappe mit unterteiltem Fach und Steckdose, rechts ein rautenförmiges Gitter als Ablage und Handtuchhalter. Unter dem Becken sorgt ein Raumsparsiphon dafür, dass der Schubkasten den verfügbaren Raum optimal nutzen kann. Alle Schubkästen sind aus massiver Eiche gefertigt, voll ausziehbar und mit Antirutschmatten versehen. Offene Fächer und umlaufende Schattenfugen geben dem Möbel Ruhe und Klarheit.
Fertigungszeit: fünf bis sechs Wochen.